Einzelhandelskonzept für die Stadt GE liegt vor

Bereits im Juni 2004, noch vor der Schließung von Edeka, legte der Gutachter die ermittelten Zahlen und Empfehlungen für Rotthausen dem Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt vor. An dieser Stelle wurde davon berichtet.
Nun wurde der Stadt, und auch der Presse, eine 89 Seiten umfassende Version des Gutachtens übergeben, jedoch musste der mündliche Vortrag des Gutachters am 08.12.04 krankheitsbedingt entfallen.

Hier Auszüge aus dem Gutachten, welches im Bürgerverein Rotthausen e.V. eingesehen werden kann.

Einzelhandelskonzept für die Stadt Gelsenkirchen
Endbericht für den Auftraggeber

Standort-Datenblatt: Einzelhandelsrelev. KKZ: 92,4
Einwohner: 14.721
Nachfragevolumen (in Mio. €): 32,1 (Anmerkung des Redakteurs:ein Fehler 70 Mio €, wie im Juni vorgetragen)
Verkaufsfläche in m² 8.540
Verkaufsfläche je Ew. in m²: 0,58
Handelszentralität::
- Lebensmittel: 77
- insgesamt 45
Empfehlungen:
Nahversorgungsschwerpunkt im
Umfeld der Karl -Meyer - Straße
- Frischemarkt: 1.500 m²
- Getränke: 600 m²
- Discounter: 800 m²
als langfristige Absicherung der Nahversorgung im Stadtteil (Seite 74)

Stadtteilspezifische Standortempfehlungen im Überblick
Rotthausen:
Aufgrund zu erwartender Standortaufgaben Neuentwicklung eines nachhaltigen Nahversorgungsschwerpunktes:
- Vollsortimentfrischemarkt 1.500 m²
- Getränkemarkt: 600 m²
- ALDI Lebensmitteldiscounter rd. 800 m² VKF
Ansiedlung BAUHAUS Baumarkt auf dem Dahlbusch-Areal (Seite 76)

Handelszentralitäten in den Stadtteilen im Überblick:
Die Stadtteile Rotthausen, Hassel, Bulmke – Hüllen, Scholven, Resser Mark, und Feldmark realisieren Handelszentralitäten von unter 50. Die niedrigen Handelszentralitäten resultieren aus ntwicklungspotenzialen im Bereich der Nahversorgung. In der Regel fließt in substantiellem Umfang
Kaufkraft ab. (Seite 77)
(Redakteur:
Der Wert für Rotthausen ist mit 45 angegeben. Das heißt nur 45 % des Nachfragevolumens werden in Rotthausen durch Einzelhandelsumsätze gedeckt (vor Juni 2004).)

Handelszentralitäten in der Warengruppe Lebensmittel / Reformwaren im Überblick
(Redakteur: Vor Juni 2004
Zentralität von 77 und Kaufkraftabfluss von 3,9 Mio €)
Der Stadtteil Rotthausen hat dann ein Versorgungsdefizit im Segment Lebensmittel / Reformwaren, wenn durch Betriebsstillegungen die Handelszentralität deutlich unter 70 absackt. (Seite 78)

Maßnahmeempfehlungen für großflächigen Einzelhandel: Fachmärktekonzept
Baumärkte: Im Segment der Baumärkte sind in der Stadt Gelsenkirchen in Zukunft evtl. größere Standort- und Strukturveränderungen zu erwarten.
Der BAUHAUS Baumarkt plant, seinen Standort vom Gewerbegebiet Emscherstraße auf das Dahlbusch-Gelände in Rotthausen zu verlagern und seine Verkaufsfläche erweitern. (Seite 80)

Nahversorgungsrelevante Sortimente haben den Charakter täglicher bzw. periodischer Bedarfsdeckung. Nahversorgungsrelevante Sortimente in der Stadt Gelsenkirchen sind:
• Lebensmittel
• Genussmittel (alkoholische Getränke, Tabakwaren)
• Getränke (auch in Getränkefachmärkten)
• Apothekenartikel
• Drogerieartikel
• Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel
• Parfümerieartikel
• Zeitschriften
• Schreib- / Papierwaren
• Schnittblumen
Nahversorgungsrelevante Sortimente sollen vorrangig in den integrierten Nahversorgungsbereichen
der Stadt Gelsenkirchen angesiedelt werden (s.a. Definition integrierter Nahversorgungsbereich im Glossar).(Seite 81)

Zentrenrelevante Sortimente definieren die Attraktivität von Haupteinkaufsbereichen. Es sind die Warengruppen und Sortimente, die traditionell ihren Standort in der Innenstadt oder in weiteren Stadtteilzentren einer Stadt haben und als Magnete für Frequenz sorgen.
Großflächiger Einzelhandel mit zentrenrelevanten Sortimenten im Kernsortiment sollte in Gelsenkirchen nur in den zentralen Einkaufslagen der Zentren Altstadt, Buer, Horst (Essener Straße / Markenstraße), Erle (Cranger Straße), Schalke (Schalker Straße) und Rotthausen (Karl-Meyer-Straße) etabliert werden.
Zentrenrelevante Sortimente sind in der Stadt Gelsenkirchen:
• Herrenbekleidung
• Damenbekleidung
• Kinder- und Babybekleidung
• Wäsche
• Heimtextilien, Bettwaren
• Meterware für Bekleidung oder Bekleidungszubehör
• Kurzwaren / Handarbeitswaren
• Schuhe
• Lederwaren
• Uhren
• Schmuck
• Modeschmuck
• Schul- und Büroartikel
• Bücher
• Hausrat
• Porzellan
• Schneidwaren / Bestecke
• Feinkeramik / Glaswaren
• Geschenkartikel
• Rundfunkgeräte
• Fernseh- und Phonotechnische Geräte
• Video- und DVD-Geräte
• Digitalcameras
• Büromaschinen, Computer und -zubehör
• Optische Geräte (Sehhilfen, Ferngläser, Fotoapparate)
• Fotoartikel
• Tonträger
• Speichermedien (Disketten, CDs, DVDs)
• Telefone
• PC und Zubehör (Hard- und Software)
• Lampen und Leuchten
• Elektrokleingeräte
• Musikinstrumente und Musikalien
• Waffen, Munition, Jagdartikel
• Sammlerbriefmarken und Numismatikartikel
• Spielwaren, Bastelbedarf, Modellbau
• Sportartikel und Sportkleingeräte
• Babyartikel
• Elektrogroßgeräte (Seite 82)

Zentrenhierarchie:
C-Zentren mit Versorgungsfunktion im
Stadtteil und unmittelbar angrenzende Bereiche sind auch die Schalker Straße im Stadtteil Schalke und die Karl-Meyer Straße in Rotthausen sowie die Ewaldstraße in Resse. (Seite 83)

Nahversorgungsbereiche
.. In Bezug auf die Nahversorgungsbereiche in den Stadtteilen sind zu unterscheiden:

.. Nahversorgungsbereiche mit guter Infrastruktur und deutlichen Kaufkraftzuflüssen aus dem Standortumfeld (Altstadt, Horst, Beckhausen, Resse, Erle, Schalke und Schalke – Nord (im Verbund), Bismarck, Ückendorf,)

.. Nahversorgungsbereiche mit deutlichen Kaufkraftabflüssen und Entwicklungspotenzial (Scholven, Hassel, Rotthausen, Bulmke-Hüllen, Buer)

.. Nahversorgungsbereiche mit deutlichen Kaufkraftabflüssen, jedoch kaum Entwicklungspotenzial aufgrund begrenzter Nachfragevolumina (Feldmark, Heßler, Resser Mark). (Seite 83)

Anhang (Seite 87)
Wir unterscheiden zwischen den folgenden Betriebstypen:

.. Fachgeschäft:
Sehr unterschiedliche Verkaufsflächengrößen, branchenspezialisiert, tiefes Sortiment, in der Regel umfangreiche Beratung und Kundenservice.

.. Fachmarkt:
Großflächiges Fachgeschäft mit breitem und tiefem Sortimentsangebot, in der Regel viel Selbstbedienung und Vorwahl, häufig knappe Personalbesetzung.

.. Supermarkt:
Ca. 400 m² bis 1.500 m² Verkaufsfläche, Lebensmittelvollsortiment inklusive Frischfleisch, in der Regel ab 800 qm Verkaufsfläche bereits zunehmender Non-Food-Anteil.

.. Lebensmittel-Discounter:
Meist Betriebsgrößen zwischen ca. 300 m² und 800 m² Verkaufsfläche, ausgewähltes, spezialisiertes Sortiment mit geringer Artikelzahl, grundsätzlich ohne Bedienungsabteilungen.

.. Fachmarktzentrum
Großflächige Konzentration mehrerer Fachmärkte verschiedener Branchen, i.d.R. kombiniert mit einem Verbrauchermarkt und/oder einem Lebensmittel- Discounter, meist zusammen über 8.000 m² VK, periphere Lage, viele Parkplätze.

.. Verbrauchermarkt:
Verkaufsfläche ca. 1.500 m² bis 5.000 m², Lebensmittelvollsortiment und mit zunehmender Fläche ansteigender Anteil an Non-food-Abteilungen (Gebrauchsgüter).

.. SB-Warenhaus:
Verkaufsfläche über 5.000 m², neben einer leistungsfähigen Lebensmittelabteilung umfangreiche Non-Food-Abteilungen, Standort häufig peripher, großes Angebot an eigenen Kundenparkplätzen.

.. Warenhaus:
In der Regel Verkaufsflächengröße über 3.000 m², Lebensmittelabteilung, breites und tiefes Sortiment bei den Non-food-Abteilungen, in der Regel zentrale Standorte.

.. Kaufhaus:
In der Regel Verkaufsflächen über 1.000 m², breites, tiefes Sortiment, im Gegensatz zum Warenhaus meist mit bestimmtem Branchenschwerpunkt.

.. Shopping-Center
Großflächige Konzentration vieler Einzelhandelsfachgeschäfte diverser Branchen, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe i.d.R. unter einem Dach, oft ergänzt durch Fachmärkte, Kaufhäuser, Warenhäuser und Verbrauchermärkte; großes Angebot an Kundenparkplätzen; i.d.R. zentrale Verwaltung und Gemeinschaftswerbung.

.. Mall in einem Shopping-Center
Zentraler, oft hallenartiger, überdachter Raum im Shopping-Center, von dem aus die einzelnen Betriebe zugänglich sind. Hier finden Aktionen und Veranstaltungen statt, Einzelhändler präsentieren ihre Waren in der Mall oft vor dem Geschäft.